Grundlagen · 5 Minuten
Der Projektstrukturplan: 100-%-Regel und gute Arbeitspakete
Der Projektstrukturplan zerlegt das Projekt in überschaubare Teile – bis hin zu Arbeitspaketen, die jemand verantworten, schätzen und erledigen kann. Er ist die Grundlage für Termine, Ressourcen und Kosten.
Aufbau
Oben steht das Projekt, darunter Teilaufgaben, ganz unten Arbeitspakete. Gegliedert wird nach Objekten (Bestandteile des Ergebnisses), nach Phasen oder nach Funktionen – oder gemischt, solange es auf einer Ebene einheitlich bleibt.
Die 100-%-Regel
Jede Ebene beschreibt den gesamten Umfang ihrer übergeordneten Ebene – nicht mehr und nicht weniger. Was nicht im PSP steht, gehört nicht zum Projekt; was über den Auftrag hinausgeht, gehört nicht hinein.
Praktisch heißt das: Auch Projektmanagement, Tests, Schulung und Übergabe sind eigene Pakete. Sie werden sonst vergessen und fehlen in Plan und Budget.
Ein gutes Arbeitspaket …
- hat ein klares Ergebnis („Schnittstelle zum ERP getestet“ statt „ERP“),
- hat genau eine verantwortliche Person,
- ist so groß, dass es sich schätzen und im Statustermin verfolgen lässt – oft einige Tage bis wenige Wochen,
- überschneidet sich nicht mit anderen Paketen.
Vom PSP zum Terminplan
Erst wenn die Struktur steht, kommen Dauer, Abhängigkeiten und Ressourcen dazu. Wer direkt im Gantt-Diagramm beginnt, plant Tätigkeiten statt Ergebnisse – und übersieht leicht Teile des Umfangs.
Beispiel „Neues Kundenportal“ (Ausschnitt)
- 1 Projektmanagement
- 1.1 Auftrag · 1.2 Steuerung · 1.3 Abschluss
- 2 Portal
- 2.1 Anmeldung · 2.2 Statusansicht · 2.3 Dokumente
- 3 Schnittstellen
- 3.1 ERP · 3.2 Dokumentenablage
- 4 Einführung
- 4.1 Test mit Fachbereich · 4.2 Schulung · 4.3 Livegang
Quelle: in Anlehnung an ICB 4 (Kompetenzelement Leistungsumfang und Lieferobjekte) und PM4. Eigene Darstellung, keine Zitate aus den Standards.
Tutorial dazu: Projektstrukturplan (PSP) – so geht's